Einleitung
Das reformierte Markengesetz Chinas wurde am 26. Juni 2026 verabschiedet und tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.
Das reformierte Gesetz enthält 87 Artikel in neun Kapiteln und stellt die erste umfassende Reform des chinesischen Markengesetzes seit mehr als vierzig Jahren dar.
Internationale Markeninhaber sollten ihre Strategien für Markenanmeldung, -nutzung und -überwachung in China vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes überprüfen.
1. Größere Betonung der Ernsthaften Nutzung
Das reformierte Gesetz definiert Markennutzung als kommerzielle Nutzung zur Kennzeichnung und Unterscheidung der Herkunft von Waren oder Dienstleistungen. Es bestätigt außerdem, dass die Markennutzung über das Internet und andere Informationsnetze erfolgen kann.
Eine Markenanmeldung kann zurückgewiesen werden, wenn der Anmelder keine Nutzungsabsicht hat und die Zahl der Anmeldungen seinen normalen Produktions- oder Geschäftsbedarf deutlich übersteigt.
Auch Anmeldungen, die durch Täuschung oder andere unredliche Mittel eingereicht werden, sind untersagt.
Diese Bestimmungen stärken die Rechtsgrundlage für die Bekämpfung spekulativer Registrierungen und groß angelegter bösgläubiger Anmeldungen.
2. Dynamische Marken
Das reformierte Gesetz bezieht dynamische bzw. Bewegungsmarken ausdrücklich in die Zeichen ein, die als Marken registriert werden können.
Potenzielle registrierbare Zeichen umfassen nun:
Wörter;
Bildzeichen;
Buchstaben und Zahlen;
Dreidimensionale Zeichen;
Farbkombinationen;
Klänge;
Dynamische Zeichen; und
Kombinationen dieser Elemente.
Das Zeichen muss weiterhin geeignet sein, die Herkunft von Waren oder Dienstleistungen zu unterscheiden.
Internationale Unternehmen, die animierte Logos oder bewegungsbasierte Marken verwenden, können daher erwägen, ob zusätzlicher chinesischer Markenschutz angemessen ist.
3. Schutz Bekannter Marken
Das reformierte Gesetz stärkt den Schutz gegen Anmeldungen, die eine bekannte Marke eines anderen kopieren, nachahmen oder übersetzen.
Bei identischen oder ähnlichen Waren kann Schutz gelten, wenn die spätere Marke Verwechslungsgefahr begründet.
Bei unähnlichen Waren kann Schutz ebenfalls bestehen, wenn die spätere Marke die Öffentlichkeit irreführen und die Interessen des Inhabers der bekannten Marke schädigen kann.
Die Bekanntheit wird weiterhin nach den Umständen des Einzelfalls bestimmt und sollte nicht als separate Registrierung oder Ehrentitel behandelt werden.
4. Sanktionen für Bösgläubige Anmeldungen
Bestimmte bösgläubige Markenanmeldungen mit nachteiligen Auswirkungen können eine Verwarnung und eine Geldbuße von bis zu 100.000 RMB nach sich ziehen.
Relevantes Verhalten kann umfassen:
Anmeldung ohne Nutzungsabsicht und deutliches Überschreiten des normalen Geschäftsbedarfs;
Anmeldung durch Täuschung oder andere unredliche Mittel; und
Vorsätzliche Anmeldungen, die festgelegte Vorrechte verletzen.
Das reformierte Gesetz erhöht daher die potenziellen Konsequenzen für professionelle Markenabgreifer und andere Anmelder mit missbräuchlichen Anmeldepraktiken.
5. Kürzere Einspruchsfrist
Die Einspruchsfrist für eine vorläufig genehmigte Marke wird von drei Monaten auf zwei Monate verkürzt.
Die gesetzliche Frist der CNIPA für den Erlass einer Einspruchsentscheidung bleibt zwölf Monate ab Ende des Veröffentlichungszeitraums. In besonderen Umständen kann eine Verlängerung um sechs Monate verfügt werden.
Die kürzere Einspruchsfrist bedeutet, dass Markeninhaber schnellere Markenüberwachungs- und interne Entscheidungsprozesse benötigen.
Praktische Auswirkungen für Internationale Marken
Internationale Markeninhaber sollten:
Wichtige englische und chinesische Marken frühzeitig anmelden;
Neu veröffentlichte Markenanmeldungen regelmäßig überwachen;
Nachweise der echten kommerziellen Nutzung in China aufbewahren;
Große defensive Markenportfolios überprüfen;
Schutz für dynamische Markenelemente erwägen; und
Kopierhandlungen, frühere Geschäftsbeziehungen und andere Beweise für Bösgläubigkeit dokumentieren.
Strategische Empfehlungen
Markeninhaber sollten vor dem 1. Januar 2027 folgende Maßnahmen erwägen:
Bestehende chinesische Markenportfolios überprüfen.
Registrierungen identifizieren, denen ein echter Nutzungsplan fehlt.
Die Überwachung angesichts der kürzeren Einspruchsfrist verstärken.
Datierte Rechnungen, Verträge, Werbung, Verpackungen und Online-Verkaufsaufzeichnungen aufbewahren.
Animierte Logos und andere nicht-traditionelle Markenelemente überprüfen.
Schnellere interne Verfahren einrichten, um über Einspruch gegen problematische Anmeldungen zu entscheiden.
Für Unterstützung bei chinesischer Markenanmeldung, -überwachung, -einspruch oder -durchsetzung kontaktieren Sie das Reehor-IP-Team.
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