Einleitung
Das Europäische Patentamt (EPA) erhielt 2025 erstmals mehr als 200.000 Patentanmeldungen.
Die aus China stammenden Anmeldungen stiegen um 9,7 %, sodass China Japan überholen und zur drittgrößten Quelle europäischer Patentanmeldungen werden konnte. Chinesische Anmelder reichten 22.031 Anmeldungen ein, was etwa 10,9 % aller beim EPA eingegangenen Anmeldungen entspricht.
1. Starkes Wachstum Chinesischer Anmelder
China verzeichnete 2025 das schnellste Wachstum unter den zehn führenden Ländern mit Anmeldungen beim EPA.
Der Anstieg spiegelt die fortgesetzte internationale Expansion chinesischer Unternehmen und ihre wachsende Nutzung europäischer Patente zum Schutz von Produkten und Technologien auf den wichtigsten europäischen Märkten wider.
2. Wichtige Technologiefelder
Digitale Kommunikation blieb das größte Technologiefeld für Anmeldungen aus China.
Transport- und Halbleitertechnologien gehörten zu den am schnellsten wachsenden Feldern chinesischer Anmelder, wobei beide ein Wachstum von über 30 % verzeichneten.
Allgemeiner berichtete das EPA von starker Anmeldetätigkeit in Computertechnologie, künstlicher Intelligenz, Quantentechnologien, Batterien und Halbleitern.
3. Chinesische Unternehmen Unter den Führenden EPA-Anmeldern
Huawei belegte 2025 den zweiten Platz unter allen Anmeldern beim EPA.
CATL schaffte den Sprung in die Top Ten der EPA-Anmelder, während auch andere chinesische Unternehmen wie Xiaomi, ZTE, OPPO und Tencent zu den führenden Anmeldern zählten.
Diese Zahlen veranschaulichen die zunehmende internationale Patentaktivität chinesischer Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation, Elektronik, Batterien, Software und anderen Technologiesektoren.
4. Auswirkungen für Internationale Unternehmen
Das Wachstum europäischer Patentanmeldungen chinesischen Ursprungs kann den Wettbewerbsdruck sowohl auf europäischen als auch auf chinesischen Märkten erhöhen.
Internationale Unternehmen sollten erwägen:
Europäische Anmeldungen wichtiger chinesischer Wettbewerber zu überwachen;
Verwandte chinesische, PCT- und europäische Patentfamilien zu vergleichen;
Zu bewerten, ob europäische Patente chinesischen Ursprungs geplante Produkteinführungen beeinflussen;
Überlappende Patentportfolios in Telekommunikation, Batterien und Halbleitern zu prüfen; und
Gegebenenfalls Einspruchs-, Lizenz- oder Design-Around-Strategien zu erwägen.
Strategische Empfehlungen
Unternehmen, die in China und Europa tätig sind, sollten:
Koordinierte Patentüberwachung in beiden Rechtsordnungen durchführen.
EPA-Anmeldungen chinesischen Ursprungs in relevanten Technologiefeldern prüfen.
Patentinformationen mit Produktentwicklungs- und Markteintrittsentscheidungen verknüpfen.
Vor Produkteinführungen in Europa die Freiheit zur Durchführung bewerten.
Stand-der-Technik- und Entwicklungsunterlagen aufbewahren, die künftige Streitigkeiten stützen können.
Für Unterstützung bei grenzüberschreitender Patentüberwachung, Freiheitsanalyse oder China-bezogener Patentstrategie kontaktieren Sie das Reehor-IP-Team.
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